China bedroht Asien, Erdrutschniederlage für Präsident
Bush, Sozialisten regieren Südamerika!
Nein, nicht vom
Geschehen auf der realen Welt ist hier die Rede, sondern vom
Pol&IS-Seminar,
das vom
8.-10. Januar in der Marinetechnikschule in Parow bei
Stralsund abgehalten wurde. Drei Tage konnten sich 32 Schüler des 12. Jahrgangs
der Großen Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ aus
Wismar und des Schlossgymnasiums
Gützkow unter der Leitung der Bundeswehrjugendoffiziere Hauptmann
Hendrik Otto (Schwerin) und Kapitänleutnant Ronny Böhm (Rostock)
weltpolitisch erproben.
Pol&IS steht für „Politik und
Internationale Sicherheit“ und ist ein anspruchsvolles Simulationsspiel
bei dem außen-, wirtschafts- und sicherheitspolitische Zusammenhänge
wirklichkeitsnah abgebildet werden.
Die Pol&IS-Welt ist in 11 Regionen unterteilt.
Jeder Region sind
3 Spielerrollen zugeordnet. Dazu gehören der Regierungschef,
der Wirtschaftsminister und der Oppositionsführer.
Aufgabe
des Regierungschefs ist es, zum Ende jedes Spielzuges bzw. Spieljahres
in einer internationalen Runde, der UN-Vollversammlung ähnlich
einen Rechenschaftsbericht abzulegen und kritischen Einwänden
gegenüber Rede und Antwort zu stehen.
Die Weltbank überwacht
das Finanzgebaren der Länder, die Vertreter der mehr oder weniger
seriösen internationalen Presse berichten aktuell in Form von
Wandzeitungen oder Computer-Präsentationen über das Weltgeschehen.
Bereits seit über 10 Jahren führt die Große Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ dieses
Projekt sehr erfolgreich mit Jugendoffizieren der Bundeswehr
durch.
Nach ersten Einarbeitungsproblemen wuchs die Identifikation der
Spieler mit ihren Rollen und es wurde auf spannende Weise deutlich,
mit welch komplexen Systemen internationaler Verflechtungen heute
die politischen Akteure in allen Ländern rechnen müssen.
Verträge wurden geschlossen, Bündnisse ausgehandelt, so
manche Region durch falsche Berechnungen ihres Wirtschaftsministers
an den Rand des Ruins getrieben.
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Dazu einer der verantwortlichen Spielleiter,
der Rostocker Jugendoffizier Ronny Böhm:
"Den Schülern wird schnell
klar, wie sehr die unterschiedlichsten Faktoren die Entscheidungen
eines Staates beeinflussen. Die Entscheidungswege werden
nachvollziehbar, die Zusammenhänge zwischen Eigeninteressen
des Staates und globalen Interessen abgebildet.“ |
Die Schüler, die nicht in den üblichen Mehrbettstuben,
sondern in recht komfortablen Doppelzimmern untergebracht waren,
zogen eine positive Bilanz.
| Der Wismarer Patrick Warning (bei Pol&IS in der Rolle
des südamerikanischen Staatschefs Hugo Chavez) konnte
seine Idee einer sozialistischen Republik Südamerika nur
bedingt umsetzen: „Zu viel ist abhängig vom wirtschaftlichen
Wohlergehen eines Staates.“ |
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Der 18-jährige Stadtschüler
Max Krüger betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Gützkower
und Wismarer Schülern und meint: „Vor der Simulation
war mein politisches Interesse gleich null. Allein diese drei
Tage haben das völlig verändert.“Gerade mit überwältigender
Mehrheit zum neuen amerikanischen Präsidenten gewählt,
konnte er seine Rolle jedoch nicht lange ausfüllen. Denn
am Freitag tauschten die jungen Politiker die Regierungsbank
wieder mit der Schulbank. |
K.Buhrke