Rede zur Ausstellungseröffnung
Mesdames et Messieurs,
Je vous salue cordialement à notre exposition „Fruits
de la mer au petit déjeuner“
(Meine Damen und Herren ,
ich begrüße Sie herzlich zu unserer Ausstellung „Muscheln
zum Frühstück“)
Sehr geehrter Herr Senator,
Liebe Schüler, liebe Gäste,
im Namen der Schüler des Fachbereiches
Bildende Kunst der Musikschule möchte ich Sie recht herzlich zu unserer Ausstellung „Muscheln
zum Frühstück“ begrüßen.
Mein Name ist Monique Pyl und ich nehme seit 11 Jahren am Zeichenunterricht
von Frau Barth teil.
Auch ich hatte das Glück und die Möglichkeit, an der Reise
der Musikschule nach Frankreich im letzten Jahr teilzunehmen, die für
uns einige unvergessbare Tage bot.
Wir wohnten in einem kleinen, gemütlichen
Hotel in St. Lunaire, einer malerisch traumhaften Stadt an der Küste.
Zum Meer waren es nur 200 Meter Fußweg, sodass wir abends am Meer
spazieren gehen konnten, um Ebbe und Flut zu beobachten oder zu baden.
Obwohl es doch zugegebenermaßen sehr kalt zur herbstlichen Jahreszeit
war. In den fünf Tagen, die wir in der Bretagne verbrachten, besuchten
wir zudem einige Städte. Das Besondere an der Region sind die Unterschiedlichkeiten
der Charaktere, die eine jede Stadt für sich birgt. Während
Saint Maloeben eher wie eine Festung von außen wirkt, zeichnet
sich Dinan durch seine Vielfalt an Häuserfassaden und Bauten aus.
Alles in allem war dies eine tolle Reise. Da viele der mitreisenden
Schüler dem Fachbereich Bildende Kunst angehören, setzten
sie ihre Eindrücke in Zeichnungen um und so entstand die Idee für
diese Ausstellung. Eine kleine Anzahl der hier gezeigten Zeichnungen
bildete dann den Ausgangspunkt für weitere Arbeiten, die im Unterricht
entstanden. So verarbeiteten die Schüler ihre visuellen Erlebnisse
in verschiedenen Druckgrafiken wie einfarbige oder mehrfarbige Holzschnitte
oder Radierungen. Ein mehrfarbiger Holzschnitt ist eine sehr interessante,
aber auch aufwendige Technik, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten
weiß.
Um dies einmal zu verdeutlichen: man nimmt eine Holzplatte, die
mit dem gewünschten Farbton eingestrichen und auf ein Blatt Papier
gedruckt wird. Dann werden all die Flächen, die den gedruckten
Ton beibehalten sollen, herausgeschnitzt und die Platte erhält
den nächsten Farbton. Durch die verschiedenen Farbschichten entstehen
dann tolle Farbreflexe, die sowohl durchscheinend als auch deckend sein
können.
Wie ich bereits erwähnte, war die Begegnung mit dem Atlantik ein
besonderer Höhepunkt, da wir das Meer in vielerlei Hinsicht erlebten.
Wir beobachteten den Wechsel von Ebbe und Flut, gingen an den Küsten
spazieren und badeten in den Wellen. Somit hatten wir dann auch die
Möglichkeit, Bekanntschaft mit den Tieren dieses Wassers zu machen,
wobei drei unserer Schüler zudem auch auf schmerzhafte Weise
Freundschaft mit Seeigeln schlossen.
Aus diesen Erlebnissen entstand dann auch die Idee, sich genauer
mit den Bewohnern des Meeres zu beschäftigen – so wurden
Muscheln und Schalentiere für einige Gruppen zum Thema unserer
Ausstellung. Dabei fertigten die jüngeren Schüler Malereien
und mehrfarbige Linolschnitte an, während die älteren Schüler
die Schalentiere genauer unter die Lupe nahmen. Jeder wählte ein
Tier aus dem Lexikon, das dann in Skizzen studiert und bis zur plastischen
Umsetzung weiter entwickelt wurde. Bei dem Endergebnis geht es aber
nicht darum, eine naturgetreue Abbildung darzustellen; vielmehr sollte
es der Fantasie des Betrachters überlassen sein, was er in dem
Werk sieht. Ein schönes Beispiel bieten hier die Schüler Laura
Drolshagen und Ansgar Schulz, die sich zuerst in Zeichnungen mit den
typischen Merkmalen der Wollhandkrabbe, einem Meerestier aus dem Atlantik,
auseinandersetzten und dann ein Modell dazu anfertigten. Diese stehen
im Gegensatz zueinander: Laura bezog sich eher auf den Titel „Wollhand“ und
fertigte eine Hand aus einem Drahtgestell, das mit Wollfäden überspannt
wurde, um die weiche Seite der Krabbe zu präsentieren. Ansgar baute
dagegen aus einem alten Holzgestell eine Art Wall, aus dem zwei Sägeblätter
hervorstechen, um die Gefährlichkeit dieses Tieres zuzeigen, da
der Panzer mit einer harten Schale vergleichbar ist. So entstand auch
der Titel für das Modell „Harte Schale, weicher Kern“.
Zuletzt möchte ich noch auf einen dritten Bereich unserer Ausstellung
hinweisen. Die Bretagne ist nämlich durch ihre faszinierende Landschaft,
ihre uralten Wälder und bizarren Strände reich an Sagen und
Legenden. In Holzschnitten und Zeichnungen mit Kohle oder Pinsel illustrierten
einige Schüler dann die Sagen „Die versunkene Stadt Ys“ und „Der
Löwenritter“.
Bei der versunkenen Stadt Ys handelt es sich um eine kleine, ehemalige
Stadt am Meer, die einen sehr einflussreichen König besaß.
Dieser hatte eine Tochter, die er sehr verwöhnte,. Doch als sie älter
wurde, streunte sie zunehmend gegen den Willen ihres Vaters in der Stadt
herum. Eines Tages lernte sie den Teufel kennen, der sie überredete,
den Schlüssel des Vaters für die Schleusentore neben den Deichen
zuklauen und diese zu öffnen. So ging die Stadt in den Fluten unter.
Der König jedoch wurde bereits kurz davor von einem Heiligen gewarnt
und rettete sich zu seinem Pferd, wogegen die Tochter jämmerlich
in den Fluten versank und die ganze Stadt mit ins Verderben riss.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen und Euch einen kleinen Einblick in unsere
Ausstellung verschaffen. Da unser Titel „Muscheln zum Frühstück“ heißt
und so appetitlich klingt, kamen wir auf die Idee, auch einmal ein essbares
Bild zu malen. Schaut und kostet und viel Spaß an unserer Ausstellung.