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Die 21-jährige kommt aus dem Traumland vieler Deutschen,
aus Neuseeland, und ist seit September dieses Jahres als
Fremdsprachenassistentin tätig.
Hier unterstützt sie ein Jahr lang vor allem die Englischlehrer, belebt
und bereichert als Muttersprachlerin den Unterricht in Klasse 7-13 und erzählt
den Schülern von den Besonderheiten ihrer Heimat. "Wenn richtig gutes
Wetter zum Surfen ist, tauscht so mancher die Schulbank mit dem Surfbrett",
verdeutlicht Erin die eher laxe Einstellung neuseeländischer Jugendlicher
zum Schulbetrieb. |
An deutschen Gymnasien, so ihr Eindruck, würde
eine viel breitere Basis an Lerninhalten vermittelt.
Im
Rahmen ihrer Arbeit bietet sie am Nachmittag Englisch-Gesprächskreise
für unterschiedliche
Altersstufen an; eine gute Möglichkeit mit Schülern zwanglos über
Gott und die Welt zu plaudern.
Mit Wismar hat sie sich schnell angefreundet.Ihr gefällt
die Architektur in Norddeutschland, die Backsteinhäuser,
das alte Gemäuer der Großen
Stadtschule. Ihre liebevolle Wismarer Gastfamilie und die herzliche Aufnahme
durch das Kollegium der Großen Stadtschule erleichterten ihr den Anfang
in der Hansestadt.
Hier hat sie das Fahrradfahren für sich entdeckt, was
in der völlig auf Autos eingestellten Millionenstadt Auckland viel zu gefährlich
sei. "Nur die vielen Glasscherben auf den Radwegen ärgern mich. Ich
habe im schnitt drei Platten die Woche", beklagt sie in perfektem
Deutsch mit sympathischem Akzent.
Schon mit 12 Jahren bestand bei Erin der Wunsch einmal nach
Deutschland zu gehen. Speziell die jüngere Generation des Vier-Millionen-Volkes habe eine sehr
positive Einstellung gegenüber Deutschland. Nach ihrem Bachelor-Abschluss
in Deutsch, Spanisch und Wirtschaftswissenschaft konnte sie ihre Pläne in
die Tat umsetzen.
Innerhalb ihres Wismar-Jahres möchte Erin ihr Deutsch
vervollkommnen und sich testen, ob sie fern von ihrer Familie, ohne Heimweh,
leben kann. Bislang ein gelungenes Unterfangen. Mit ihrer Gastfamilie hat sie
im Oktober die Allgäuer Alpen erkundet und viele Ausflüge innerhalb
von Mecklenburg unternommen. Sie lobt das deutsche Essen und die unschlagbare
Vielfalt an Brot. Was Erin ein wenig vermisst, ist die neuseeländische Gelassenheit
und die Kulturenvielfalt ihres Heimatlandes: "Die Maori, die Ureinwohner
Neuseelands, seien ebenso integriert wie die vielen aus Asien stammenden Mitbürger. Weihnachten in Wismar erwartet Erin mit besonderer Ungeduld. Ihr
Freund William wird sie für vier Wochen besuchen und auch den
Rest von Heimweh verscheuchen. Nur auf den Nationalsport ihrs Heimatlandes
darf man Erin momentan nicht ansprechen: Rugby – Kult und Kultur
in Neuseeland. Im Oktober fieberte sie bei den Weltmeisterschaften
mit den "All Blacks", so der Spitzname des Nationalteams.
Erneut als Top-Favorit angetreten, scheiterten die starken Männer
schon im Viertelfinale an Veranstalter Frankreich, was am anderen
Ende der Welt als nationale Katastrophe empfunden wurde. Die Stars
dieses Sports sind hierzulande unbekannt. Oder kennen Sie Jonah Lomu
und Joe Rokocoko? |