Schwedenbesuch 2007

 

Alle zwei Jahre findet zwischen der Großen Stadtschule Wismars und dem Alleberggymnasium Falköpings ein Schüleraustauschprogramm statt, in dem deutsche Schüler Schweden besuchen bzw. wie letzte Woche, dass schwedische Schüler nach Deutschland kommen.

 

Es ist schon eine feste Tradition geworden, dass schwedische Schüler vom Alleberggymnasium in Falköping, in einem Austauschprogramm mit der Großen Stadtschule „Geschwister – Scholl – Gymnasium“, für eine Woche nach Wismar kommen, um Land und Leute kennen zu lernen. Nach der Anreise am frühen Abend, wurden die Schweden in der jeweiligen Gastfamilie begrüßt und das erste Kennenlerngespräch beim gemütlichen Abendessen fand statt.
Schon vor einem halben Jahr bei unserem Besuch in Falköping, mussten wir feststellen, dass nicht alle Schweden groß, blond und blauäugig sind, genauso wie unsere skandinavischen Freunde jetzt mitbekamen, dass bei uns Schnitzel und Sauerkraut nicht zu jeder Mahlzeit dazugehören. So wurden Vorurteile aus dem Weg geräumt und man konnte sich anderen Dingen widmen wie dem deutschen Schulalltag am nächsten Morgen, an den sich die Schweden erst einmal gewöhnen mussten.

 
An den darauffolgenden Tagen besuchten wir unter anderem unsere Landeshauptstadt Schwerin und machten eine Führung durch das Schloss, in der uns die Aufgaben des Landtages nähergebracht wurden. Allerdings sorgte die Tatsache, dass die NPD mit sechs Sitzen darin vertreten ist, für einiges Entsetzen bei unseren Gästen, die angenommen hatten, dass wir aus vergangenen Fehlern gelernt hätten.
 

 

Wieder zurück in Wismar wurde wegen des eher geringen Alkoholkonsums in Schweden, bedingt durch die hohen Preise und harten Gesetze der Altersbeschränkung, auf den abendlichen Partys erst einmal die deutsche Freizügigkeit in Bezug auf den Genuss von alkoholischen Getränken gefeiert.

 

Nachdem wir am Donnerstag mit Schutzkleidung, bestehend aus Stahlkappenschuhen, Schutzbrillen und -anzügen, ausgerüstet durch die Werft geführt und in deren Aufgaben und Geschichte eingeführt worden waren, besuchten wir am letzten Tag des Aufenthaltes unserer schwedischen Gäste unsere deutsche Hauptstadt.

 

Nach knapp vierstündiger Fahrt konnten zuallererst die Berliner Geschäfte unsicher gemacht werden, bevor es dann zum Nachmittag hin ins Paul – Löbe – Haus ging, wo uns der Stellvertreter Frau Hoffmanns, unserer SPD-Bundestagsabgeordneten von Nord-West-Mecklenburg, einen Einblick in die Tätigkeit einer Politikerin verschaffte. Nach einer kurzen Stärkung im Besucherrestaurant des Hauses bekamen wir Einlass ins Reichstagsgebäude, in dem am Vormittag noch Demonstranten mit dem Sprung von der Tribüne des Plenarsaals für Aufsehen gesorgt hatten.

 
Der im Fernsehen mit seinen 614 Sitzen doch sehr groß wirkende Saal ist in Realität sehr viel kleiner als erwartet, sodass nicht nur die Schweden etwas zum Staunen hatten. Denn da wir das einzige Parlamentsgebäude auf der Erde sind, in das Besucher so offenherzig hineinsehen können, war dies auch für unsere Austauschschüler ein Erlebnis. Zum Schluss genossen wir noch in der Reichskuppel die untergehende Sonne, die uns die ganze Zeit über nicht im Stich gelassen hatte.

 

Doch irgendwann geht alles vorbei und nach einer langen anstrengenden, aber zugleich abwechslungsreichen Woche, hieß es dann am Sonnabendmorgen, teilweise sogar unter Tränen, Abschied nehmen. Doch nicht für immer, haben wir uns versprochen, der Kontakt soll aufrechterhalten werden und vielleicht sieht man sich ja doch noch einmal wieder...
 
 
von Ranja Schröder und Franziska Feigl