Die
Qual der Wahl
Ein Wort an unsere Schüler:
Die Entscheidung für eine zweite Fremdsprache in Klasse 7 am Gymnasium ist
natürlich sehr wichtig, nicht nur mit Blick auf eure berufliche Perspektive,
sondern auch, weil die gewählte Sprache euren eigenen Lernalltag in den
nächsten Jahren mitbestimmen wird. Dennoch solltet ihr die zu treffende
Entscheidung nicht überbewerten: bei der Wahl der zweiten Fremdsprache gibt
es keine richtige oder falsche Entscheidung und mit der Wahl einer Fremdsprache
sind nicht automatisch alle anderen Möglichkeiten für euch ausgeschlossen. |
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Die Entscheidung für
eine andere Fremdsprache bleibt euch während eurer Schullaufbahn
ja noch offen.
Das Erlernen einer zweiten Fremdsprache stellt eine neue Herausforderung
dar und ganz sicher hat jede moderne Fremdsprache ihren Platz,
trägt
sie doch zum allgemeinen Annäherungsprozess in Europa bei.
Und egal, für welche Fremdsprache ihr euch auch entscheiden mögt,
ganz sicher kommt in den folgenden Schuljahren auch ein Tag, an
dem ihr eure Entscheidung bereut, denn Sprachenlernen ist nun einmal
nicht leicht. Wir wollen euch mit unseren Beiträgen ein wenig
bei eurer Entscheidungsfindung helfen.

2. Wozu soll man heute Russisch lernen?
Objektive Fakten, die für das Erlernen der russischen Sprache
sprechen:
• Russisch ist eine der Weltsprachen
• Russisch ist offizielle Arbeitssprache der UNO
• Russisch ist die Muttersprache für 137 Millionen Menschen
• Russisch ist Bildungsgegenstand in mehr als 100 Staaten
• Beherrschung des Russischen zählt zunehmend zur erwünschten
Zusatzqualifikation in vielen Berufen
• Russisch ist die Sprache der Wissenschaft und Technik (im Vergleich
zu Deutschland gibt es doppelt so viele Publikationen auf dem Gebiet
der Medizin und dreimal so viele auf dem Gebiet der Technik)
• Auf 5 englischsprachige Bücher kommen 4 russischsprachige
• Erlernen der russischen Sprache = Erlernen der Sprache der Kunden
von morgen
• Beitrag zur Allgemeinbildung
• Zugang zu einer großen europäischen Kulturen
• Formenreiche und sehr systematische Sprache, die mit ihrer großen
Anzahl von Lehnwörtern und Internationalismen dem erlernen weiterer
Fremdsprachen zugute kommt
Zu diesen objektiven Fakten möchten wir noch einige persönliche
Gedanken hinzufügen:
es ist nicht selbstverständlich, dass
Russisch am Gymnasium angeboten wird.
Als Fachschaft Russisch freuen
wir uns natürlich, dass wir auf eine sehr lange Tradition zurückblicken
können und dass es uns mit Hilfe engagierter Eltern und Unterstützung
der Schulleitung bisher immer gelungen ist, einen Russischkurs zu eröffnen.
Insbesondere in den alten Bundesländern gilt Russisch als etwas
sehr Exotisches und stellt in der Tat etwas Besonderes in eurem Ausbildungsprofil
dar. Selbstverständlich ist jegliches Sprachenlernen wichtig, insbesondere
das Erlernen der englischen Sprache, aber: jeder lernt Englisch , wenn
ihr also eure Berufschancen erhöhen wollt, dann ist Russisch dafür
gut geeignet. Ihr wisst, dass wir im Moment einen großen Bedarf
an Computerspezialisten haben und mit Sicherheit wird das in absehbarer
Zeit auch in Russland der Fall sein. Und auch hier stellt Russisch noch
so etwas wie eine Marktlücke dar.
Selbstverständlich werdet ihr die russische Sprache nach eurer
Schulzeit nicht perfekt beherrschen, aber der Grundstock ist
gelegt und das ist doch wichtig.
3. Wie sieht der Russischunterricht bei uns aus?
Ein Wort an die Eltern:
Ihre eigenen Erinnerungen an den Russischunterricht mögen sehr
unterschiedlich sein. Der ein oder andere denkt vielleicht leider noch
mit Schrecken an den eigenen Russischunterricht zurück. Monologe
wurden zum Teil auswendig gelernt, der Inhalt des Russischunterrichts
war sehr Politik beladen. So konnten wir nach Abschluss der Klasse 12
häufig über den legendären Weltraumflug von Siegmund
Jähn berichten, hatten aber Schwierigkeiten, jemanden nach
dem Weg zu fragen.
Andererseits hoffen wir, dass sich auch einige von Ihnen an das
freudvolle Erlernen des kyrillischen Alphabets erinnern oder
an Lieder und Gedichte, die auch damals schon ein Teil des Russischunterrichts
waren. Die Inhalte des Russischunterrichts haben sich natürlich geändert:
der
Russischunterricht orientiert sich in methodisch-didaktischer Hinsicht
zunehmend an der Methodik und Didaktik des Englischunterrichts. Das
bedeutet, dass er vorwiegend kommunikativ ausgerichtet ist. Unser vorrangiges
Prinzip im Anfangsunterricht ist es, die Freude am Erlernen einer Fremdsprache
zu erhalten. Das ist auch zunächst sehr einfach, denn ähnlich
wie in Klasse 1 erlernen wir zunächst gemeinsam das Alphabet und
malen Buchstaben. Erfahrungsgemäß macht das Eindringen in
die neue Schriftsprache den Kindern viel Spaß. Aus dem umfangreichen
Lehrmittelangebot haben wir uns für Lehrwerk Dialog
des Verlags "Volk
und Wissen" entschieden.
Im zweiten Lernjahr lesen wir dann auch
schon kleine Kurzgeschichten aus aktuellen Lektüreangeboten. Wir
knüpfen in Klasse 7 an das spielerische Element aus dem Englischunterricht
an, wobei wir natürlich auch die altersspezifischen Gegebenheiten
berücksichtigen.
Um jedem Schüler möglichst optimale Übungsbedingungen
zu schaffen und gleichzeitig die soziale Komponente des Umgangs miteinander
zu trainieren, nimmt die Gruppen- und Partnerarbeit einen großen
Teil unserer Unterrichtsarbeit ein. Selbst in großen Klassen praktizieren
wir gern und mit Erfolg verschiedene Formen der Gruppenarbeit. So kann
es im Sprachunterricht schon mal turbulent und etwas lauter zugehen,
aber ohne zu sprechen kann man eine Sprache eben nicht lernen. Selbstverständlich
achten alle Fachlehrer darauf, dass niemand zurückbleibt, oder
die Lust oder den Mut verliert. So bereiten wir uns gemeinsam gründlich
auf die zu schreibenden Klausuren vor. Wie auch im Englischunterricht
erteilen wir besonders im ersten Schulhalbjahr noch viele Motivationsnoten.
Im Anfangsunterricht gibt es noch sehr viele Noten, so dass auch die
Möglichkeit besteht, eine verpatzte Leistung schnell wieder gut
zu machen. Wenn es allerdings ernst wird, dann setzen wir als Fachlehrer
uns mit Ihnen in Verbindung. Trotz all der Bemühungen unsererseits,
den Unterricht interessant zu gestalten, bleibt den Schülern das
Lernen nicht erspart. Russisch ist nicht leichter oder schwerer zu erlernen,
als Französisch oder Latein und unbedingte Voraussetzung für
effektives Sprachenlernen wird die Aufmerksamkeit Ihrer Kinder
im Unterricht sein.
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Seit 2003 steht unsere Schule
in Kontakt
mit Schulen in Sibirien und Kasachstan.
Bereits zweimal besuchten wir unsere Partnerschüler.Im September 2008
ist eine weitere Reise ins ferne Kasachstan geplant. Dieser Austausch
wirkt sich sehr motivierend auf das Erlernen der russischen
Sprache aus und erweitert den Gesichtskreis der Schüler.
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Falls noch Fragen offengeblieben sein
sollten, stehen die Lehrkräfte
unseres Fachbereichs gern zu einem persönlichen Gespräch zur
Verfügung.
Anzahl der Lehrer: 3
FrauJoost, Frau Riebe, Frau Jensch