Altschülerschaft Wismar e.V.

Altschülerschaft Wismar e.V.

Verein der Altschülerinnen und Altschüler der
Großen Stadtschule "Geschwister-Scholl-Gymnasium" Wismar
und ihrer Vorgänger unter Einbeziehung des Lyzeums


Wismar verbunden


Friedrich Ludwig Gottlob Frege
* 8. November 1848 in Wismar; † 26. Juli 1925 in Bad Kleinen

Gottlob Frege war Mathematiker, Logiker und Philosoph. Er besuchte die Große Stadtschule in Wismar, wo er 1869 die Reifeprüfung ablegte. Frege war seiner Zeit weit voraus. Heute wird er weltweit als einer der bedeutendsten Logiker aller Zeiten angesehen. Seine Heimatstadt würdigte ihn offiziell erst spät. Von 1984 bis 1992 hieß der Turnplatz Gottlob-Frege-Platz. Seit 1992/93 ist die Professor-Frege-Straße in der Nähe des Philosophenwegs nach ihm benannt. An der Stelle seines Geburtshauses erinnert seit 1998 am Haus Böttcherstraße 2a eine Gedenktafel an ihn.

=> Lebenslauf (bei Wikipedia)

=> Friedrich Gottlob Frege
(Artikel von Gerhard Lischke, erschienen in DIE WURZEL, Heft 9/1984 über http://www.wurzel.org)

PDF-Datei (24 kB) Friedrich Ludwig Gottlob Frege - Zu seinem 150. Geburtstag am 8. November 1998
von Joachim Grehn / PDF-Datei (24 kB)

Friedrich Christoph Dahlmann
* 13. Mai 1785 in Wismar; † 5. Dezember 1860 in Bonn

Friedrich Christoph Dahlmann war ein herausragender deutscher Historiker und Staatsmann. Er war Wortführer der "Göttinger Sieben". Diese Gruppe von Professoren protestierte 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover. Ihre Mitglieder wurden deshalb entlassen und teilweise des Landes verwiesen. Der Schritt der "Göttinger Sieben" förderte eine liberale Gesinnung in Deutschland. Wenige Jahre später war Dahlmann Mitautor der Paulskirchen-Verfassung von 1848. Eine Dahlmannstraße gibt es heute in vielen deutschen Städten - auch in Wismar.

=> Lebenslauf (bei Wikipedia)


Anton Johann Friedrich Haupt
* 18. September 1800 in Wismar; † 22. November 1835 in Wismar

Anton Johann Friedrich Haupt bestand 1817 die Reifeprüfung an der Großen Stadschule. Im gleichen Jahr begann er ein Jurastudium in Jena und nahm begeistert am ersten Wartburgfest der Burschenschaften teil. Zum Bürgermeister in Wismar wurde er 1826 gewählt. In diesem Amt setzte er viele Reformen durch. Die Ersparnisanstalt (die spätere Sparkasse), das erste städtische Krankenhaus am Schwarzen Kloster und der städtische Friedhof vor den Toren der Stadt gehen auf ihn zurück. Als landesherrlicher Kommissar setzte er sich für Reformen in der Verbesserung des Armenwesens ein. In Wismar erinnert heute die Bürgermeister-Haupt-Straße an ihn.

=> Lebenslauf (bei http://www.wismar.de)
=> Grabkreuz des Bürgermeisters Anton Johann Friedrich Haupt (bei http://www.wismar.de)
=> Wartburgfest (bei Wikipedia)


Karl Wilhelm Heinrich Friedrich Scharfenberg
* 3. März 1874 in Wismar; † 5. Januar 1938 in Gotha

Karl Scharfenberg war ein deutscher Eisenbahningenieur. Er meldete 1903 ein Patent auf eine "Mittelpufferkupplung mit Öse und drehbarem Haken als Kuppelglieder" an. Zahlreiche Todesfälle beim Aneinanderkuppeln von Waggons oder Loks und Waggons gaben bei Karl Scharfenberg den Ausschlag, eine "sichere Kupplung" zu bauen. Das Prinzip hat sich bis in die Gegenwart bewährt. Die automatische Mittelkupplung, heute Scharfenbergkupplung genannt, ist in fast allen modernen Triebzügen in Deutschland anzutreffen, darunter auch in allen ICE-Baureihen.

=> Lebenslauf (bei Wikipedia)

=> Pionier auf dem Gebiet der Eisenbahnkupplungen
(Artikel aus der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien
der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel über http://www.fh-wolfenbuettel.de)


Sella Hasse
* 12. Februar 1878 in Bitterfeld; † 27. April 1963 in Berlin

Sella Hasse lebte von 1910 bis 1930 in Wismar. Sie war Malerin und Grafikerin. An der Berliner Akademie studierte sie bei Lovis Corinth. Sie ist vor allem wegen ihrer expressiven Grafiken und Holzschnitte aus der Welt der Arbeit bekannt. Seit einer ersten Begegnung im Jahr 1912 war sie Käthe Kollwitz ein Leben lang verbunden. 1937 wurden Sella Hasses Werke als entartete Kunst verfemt. In ihrer Wahlheimat Wismar befindet sich auf dem Neuen Friedhof ihre Grabstätte.

Béatrice Busjan Corinna: Schubert:
=> Sella Hasse - Ölbilder im Bestand des Stadtgeschichtlichen Museums Wismar
Thomas Helms Verlag Schwerin, 2004. (Buchbesprechung über die Internetseiten http://www.kirche-mv.de)


Otto Steinfatt
* 9. Februar 1908 in Jamel; † 1. Mai 1947 auf dem Weg nach Schwerin

Otto Steinfatt war ein bekannter Ornithologe. Ostern 1925 kam er zur Oberrealschule nach Wismar. Ostern 1928 erhielt er in Wismar das Zeugnis der Reife. Danach studierte er in Freiburg im Breisgau Naturwissenschaften, vor allem Biologie. Nach dem 2. Weltkrieg lebte er in Wittenförden. Dort ist heute eine Schule nach ihm benannt.

=> Eigenhändig verfasster Lebenslauf
(über die Internetseiten http://www.wittenfoerden.de der Gemeinde Wittenförden)


Robert Lansemann
* 24. Juli 1908 in Wismar; † 19. April 1951 in Schwerin

Nach dem Abitur 1927 am Gymnasium der Großen Stadtschule studierte Robert Lansemann Theologie in Münster. Er verfaßte eine viel beachtete   => Dissertation über die Heiligentage in der Reformationszeit . 1936 wird er für die   => Bekennende Kirche ordiniert. Die ablehnende Haltung der deutschchristlichen Kirchenleitung in Mecklenburg gegenüber Robert Lansemann ist daher nicht unverständlich. Erst 1943 kommt es zur endgültigen Anstellung an der Heiligen-Geist-Kirche in Wismar. Seine unerschrockene Haltung gegenüber den Mächtigen bewahrte er sich auch nach 1945. Im Dezember 1950 wurde er verhaftet und starb unter bis heute ungeklärten Umständen 1951 im   => NKWD-Gefängnis am Demmlerplatz in Schwerin. Seine Rehabilitation erfolgte 1995 durch den Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation. Ein Gedenkstein auf der Grabanlage des Geistlichen Ministeriums auf dem Neuen Friedhof in Wismar erinnert seit 1994 an Robert Lansemann.

siehe auch: Björn Mensing, Heinrich Rathke (Hrsg.): Widerstehen - Wirkungsgeschichte und aktuelle Bedeutung christlicher Märtyrer. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2002.

PDF-Datei (9 kB) Robert Lansemann zum Gedenken
von Joachim Grehn / PDF-Datei (9 kB)

Carl Schlettwein
* 5. Februar 1925 in Schwerin; † 21. Januar 2005 in Basel

Carl Schlettwein besuchte von 1935 bis 1943 die Große Stadtschule in Wismar. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft studierte er in Kiel Nationalökonomie. Um das Studium zu finanzieren, schreibt er: "Habe im Bremer Hafen als Scheuermann gearbeitet, war Weihnachtsmann, Spediteur und noch vieles andere." Dann zog es ihn nach Südwestafrika. "Auch hier wieder die verschiedensten Jobs: Verkäufer von Autos, Werkzeugen, Geschirr, dann Verkaufsmanager und später Leiter einer Fleischfabrik, dann Übernahme von Überseevertretungen für Bademäntel, Stoffe, Souvenirs und anderes mehr - ein fürchterliches Sammelsurium", wie er berichtet. Er fing an, Literatur über Afrika zu sammeln, und legte den Grundstock zur späteren Bibliothek. Mit dem Wachsen der Sammlung und wissenschaftlichem Austausch gelangten die 1971 gegründeten "Basler Afrika Bibliographien" zu hoher internationaler Anerkennung. 1997 ehrte die Universität Basel Carl Schlettwein für sein Werk mit der Ehrendoktorwürde.

=> Afrika liegt keiner Schweizer Stadt so nah wie Basel.
(Artikel von Ruedi Suter vom 14. Mai 2000 über die Internetseiten http://www.onlinereports.ch)

=> Basler Afrika Bibliographien (BAB)
(über die Internetseiten http://www.unibas-zasb.ch des Zentrums für Afrikastudien der Universität Basel)


Karl-Henning Seemann
* 13. März 1934 in Wismar

Karl-Henning Seemann ist ein deutscher Bildhauer und Zeichner. Nach dem Abitur 1953 studierte er zunächst an der Hochschule für Bildende und angewandte Künste in Berlin-Weißensee, danach bis 1959 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Von 1974 bis 1999 war er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Professor Karl-Henning Seemann wurde insbesondere durch seine Skulpturen und Brunnen bekannt.
Zu seinem künstlerischen Anliegen schreibt er: "Bei bildhauerischen Aufgaben, z.B. im öffentlichen Raum, kommt es auf alles an, und auf alles zugleich. Der große räumliche Zusammenhang mit der Architektur, dem Städtebau oder der Landschaft muss aus allen Richtungen so zwingend hergestellt sein, dass die plastische Arbeit aus keiner Sicht schwimmt, beliebig herumsteht oder ohne Schaden verändert werden könnte; sie muss aus großer Entfernung als klares Zeichen wirken und darf beim Näherkommen nicht an Spannung verlieren... Das gleiche gilt für das Umschreiten der Plastik. Sie sollte nicht nur eine Schokoladenseite haben, sondern von allen Seiten Neues bereit halten und aus der nächsten Nähe im Detail immer noch nicht Langeweile verbreiten. Sie sollte ihren inneren Rhythmus auf den Betrachter übertragen, wenn er sie umschreitet. Ihr Thema sollte etwas mit ihrem Standort zu tun haben. Sie sollte in ihrer Form identisch mit ihrer Botschaft sein."
Im oberen Flur der Großen Stadtschule "Geschwister-Scholl-Gymnasium" ist seit dem Jahr 2002 eine von Professor Seemann gestaltete Gedenktafel für die Geschwister Scholl angebracht.

=> Lebenslauf und Werke (bei Wikipedia)
=> Credo (über http://www.k-h-seemann.de/)


Rosemarie Wilcken
* 16. Juni 1947 in Wismar

Rosemarie Wilcken besuchte die Erweiterte Oberschule Geschwister Scholl bis 1966. Sie studierte Medizin, promovierte und war bis 1990 als Ärztin tätig. Seitdem ist sie Bürgermeisterin der Hansestadt Wismar. “Veränderungen geschehen nur, wenn man nicht nur redet, sondern anpackt”, ist ihr Motto. 1999 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

=> Lebenslauf (bei Wikipedia)

Stefan Maelck
* 1963 in Wismar

Stefan Maelck ist seit 1994 freier Publizist und Radiomoderator, Schwerpunkt Literatur und Popmusik. 1982 hat er die Abiturprüfung in Wismar abgelegt.

=> Lebenslauf (bei Wikipedia)
=> Homepage von Stefan Maelck (Internetseiten http://www.osthighway.de)


Auch aus Wismar ?

Klaus Störtebecker
* um 1360/1370; † 20. Oktober 1401 auf dem Grasbrook bei Hamburg

Im Wismarer Buch der Ächtungen ("liber proscriptorum"), das Ausweisungen aus der Stadt und andere Strafen dokumentiert, wird Klaus Störtebeker vermutlich erstmals erwähnt. Nach einem Vorfall 1380 wurden zwei Männer der Stadt verwiesen. Sie hatten einen Nicolao Stortebeker verprügelt, wahrscheinlich den späteren Kaperfahrer. "Gottes Freund - Aller Welt Feind", war der Wahlspruch seiner Vitalienbrüder.

=> Klaus Störtebecker (bei Wikipedia)
=> Störtebecker-Festspiele (bei Wikipedia)
=> Vitalienbrüder (Internetseite von Bernhard Keller über http://www.bernhardkeller.de)


=> Persönlichkeiten der Stadt Wismar (bei Wikipedia)
=> Wismarer Persönlichkeiten (bei http://www.wismar.de)