Die gymnasiale Oberstufe
Die Bildungsgänge des Sekundarbereichs I finden - was den allgemeinbildenden Bereich betrifft - ihre Fortsetzung in der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen. Zugangsvoraussetzung ist der Mittlere Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Gemeinsame Grundsätze sind in der "Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II" (Beschluss der KMK vom 07.07.1972 i.d.F. vom 24.10.2008) festgelegt. Demnach gehören zur Grundstruktur der gymnasialen Oberstufe die Gliederung in eine einjährige Einführungsphase und eine zweijährige Qualifikationsphase, die Zuordnung der Fächer zu drei Aufgabenfeldern, die Unterscheidung der Fächer nach Pflicht- und Wahlfächern, die Möglichkeit einer individuellen Schwerpunktsetzung, die Erteilung des Unterrichts auf unterschiedlichen Anspruchsebenen, um den in der Abiturprüfung in den „Einheitlichen Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfung (EPA)“ beschriebenen Anspruchsniveaus zu entsprechen, sowie das Creditsystem zur Ermittlung der Gesamtqualifikation. Die nähere Ausgestaltung obliegt dabei den Ländern. Die Dauer der Schulzeit bis zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife beträgt 12 oder 13 Schuljahre. Dabei ist ein Gesamtstundenvolumen von mindestens 265 Jahreswochenstunden ab der Jahrgangsstufe 5 bis zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife nachzuweisen, auf das bis zu fünf Stunden Wahlunterricht angerechnet werden kann. Die gymnasiale Oberstufe schließt ab mit der Abiturprüfung. Mit dem Abiturzeugnis erhält die Schülerin/der Schüler die Bescheinigung der Allgemeinen Hochschulreife.

Schulischer Teil der Fachhochschulreife

Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, die die Schule ohne den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife verlassen, können frühestens nach dem Besuch von zwei Schulhalbjahren der Qualifikationsphase den Antrag auf Feststellung des Erwerbs der Fachhochschulreife (schulischer Teil) stellen. Die Länder Bayern, Sachsen und Thüringen sehen diese Möglichkeit nicht vor. Der für ein Fachhochschulstudium darüber hinaus zu erbringende Nachweis einer fachpraktischen Vorbildung richtet sich nach den jeweiligen landesrechtlichen Bestimmungen. Die Bedingungen für die Zuerkennung des schulischen Teils der Fachhochschulreife sind durch Ziffer 12 der Oberstufenvereinbarung geregelt. Die Möglichkeit besteht auch für Absolventinnen und Absolventen von Abengymnasien, Kollegs, Waldorfschulen und Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Nichtschülerabiturprüfung. (Quelle: Homepage der KMK)